Leo, mein Held

 

Ein Mann packt mich doll an der Schulter und wirft mit einer kleinen Taschenlampe Lichtstrahl in die Pupillen. Meine Augen sind schwer, ich kann den Körper nicht kontrollieren. Nichts kann ich kontrollieren, bekomme keinen klaren Gedanken zustande. Die Realität ist dumpf, Schmerzen sind keine da, das Licht ist grell, ich will einfach meine Ruhe haben.

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Mein unperfekter Körper den ich lieben lernte

Mein Blick, wie so oft etwas zu kritisch, die Augenbrauen zusammengezogen wie die eines meckernden Erwachsenen mit einem Kind, das sowieso schon unsicher ist und allein deshalb alles falsch macht, mustert die dreißig jährige Frau mit den dunkelbraunen Haaren und den vollen Lippen sehr genau im Badezimmerspiegel. Es ist vom Duschen ganz beschlagen, man erahnt nur den Körper, aber sieht genug um zu wissen, dass es sich hier um ’schiefe Angelegenheiten‘ handelt. Die Beleuchtung ist schlecht.

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Der Abschied von den Muskeln

Whooohooo!“, ruft jemand hinter mir, während der Saal vor Begeisterung tobt und alle laut klatschen. Das Ensemble des Theaterstücks kommt auf die Bühne des Hamburger Schauspielhauses und eine Frau aus den ersten Reihen ruft:

Heinz, ich will ein Kind von dir!“

Heinz grinst, formt seine rechte Hand zu einer Pistole, macht auf die langhaarige blonde Frau zielende Schießbewegungen und zwinkert ihr dabei zu.

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Digital Detox – so offline es geht

Ich sitze in einem meiner Lieblingscafés „Koppel 66“ und trinke schon den zweiten Cappuccino, während ich auf meine Freundin warte. Ich bin ausnahmsweise viel zu früh da, was mich sogar selbst überrascht, weil es so gut wie nie vorkommt. Ich habe Zeit…

Neugierig gucke ich durch die Gegend, beobachte die anderen Besucher und lasse meine Gedanken schweifen. Hinten in der Ecke sitzt ein älterer Mann allein und beißt genüsslich in das gut duftende Croissant, das er vorher mit einer dicken Butterschicht beschmiert hat. „Oh ja, genau so hätte ich es auch gemacht!“, denke ich. „Gleich werde ich das Gleiche bestellen, mit einer extra Portion Marmelade dazu.“ Die Tür geht auf und ich werde aus meinen Gedanken herausgerissen.

Ich blicke zur Tür, zurück in das Jetzt geschmissen und sehe, dass an der Tür eine Frau steht, die ich zu meinen Facebook-Freunden zähle. Ich würde schon behaupten, dass wir uns kennen – irgendwie. Sie sieht mich auch. Online ist diese Frau sehr aktiv, kommentiert, liked, und verteilt viele Herzchen unter meinen Einträgen. Im echten Leben, so stellte sich in diesem Augenblick heraus, verteilte sie nichts, nicht einmal ein Lächeln.

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…hätte ich es doch schon mit 16 gewusst!

Es ist so voll in meiner Wohnung, dass sich eine Schlange vor meinem Bad gebildet hat. Die Wartezeit vertreiben sich die Leute mit kurzem Abstecher zum Buffet, dem Getränkestand und der Zeit sich mit neuen Gesichtern zu unterhalten. Meine Partys gleichen oft einer Netzwerkparty, wo sowohl amouröse als auch berufliche Kontakte entstehen können. Alle lachen, einige tanzen, irgendjemand hat eine Konfettikanone mitgebracht und gerade jetzt zur Freude aller gezündet. Die Klospülung läuft, was die Warteschlange um einen Menschen kürzer werden lässt.

Es ist mein Geburtstag.

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In den Dämmerungen von Las Palmas

Ich kann nicht glauben, dass der Urlaub schon fast vier Wochen her ist. Manchmal fühlen sich schöne Erlebnisse so weit weg an, während die Negativen das Ruder des Alltages und der Gedanken übernehmen.

Ich selbst schaue tatenlos zu, als hätte ich mir auf Empfehlung hin ein Kinoticket für eine schlechte melodramatische Liebesgeschichte gekauft und traue mich nicht den Kinosaal mitten in der Filmvorstellung zu verlassen. Es ist dunkel, der Saal ist voll und obwohl mich keiner im Blick hat, so wird jeder einmal den Blick auf die Tür werfen, zu der ich hinausgehe, weil das Licht, das grelle Licht, wird alle auch wenn nur kurz von dem Bildschirm der schlechten Bilder ablenken und zeigen, dass hinter der schweren Tür eine andere Welt, eine schönere vielleicht, sich verbirgt.

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Tschüß… anderStark… inkluWAS… meine große Liebe

Wo beginnt eigentlich das Ende und wann weiß man, dass es definitiv vorbei ist? Also so richtig? Und warum fühlt es sich gerade so sehr nach Liebeskummer an?

Weil es meine große Liebe war. Es waren meine Emotionen, mein Schmerz und der angenehme Wahnsinn, der so viele Menschen in ihren Bann gezogen hat und sie bewegt hat. Es entstand aus dem Nichts… es kam direkt aus meinem Herzen. Und nun? Nun ist alles raus. Es ist alles gesagt. Obwohl ich mich noch immer so voll fühle mit allem. Mit Neuem.

Ich versuche zu sortieren. Ich möchte nach so langem Schweigen fair sein und euch meine Entscheidungen der letzten Wochen erklären. Es gibt nämlich nichts Schlimmeres als Entscheidungen, die im Stillen getroffen werden und man selbst, als jemand, der seit Jahren mitfiebert und dabei ist, im Dunkeln stehen gelassen wird und nicht weiß, was im Hintergrund passiert ist… gestern schien doch noch alles gut zu sein.

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