Ich bekam schon öfter die Anfrage, ich könne doch mal wieder über den Tod sprechen. Auch darüber, was mir vor 5 Jahren passiert ist. Ich habe bereits einen TEDxTalk über ‚die Begegnung mit dem Tod‘ gehalten. Aber gern nutze ich heute die Gelegenheit, es noch einmal zu tun – nur dieses Mal aus einer anderen Perspektive. 

Was war vor 5 Jahren geschehen? 

Ich wäre beinahe an einer Fischstäbchen-Panade erstickt.

Es war ein ganz ’normaler‘ Abend, doch ich war unkonzentriert, war schlecht gelaunt und hatte beim Essen einfach nicht aufgepasst. Ich habe die Panade eingeatmet und … bin daran fast gestorben. 

Damit diese Geschichte endlich mal geklärt ist, nicht weiter so ein ‚Mysterium‘ darum gebaut wird, ob ich Suizid begehen wollte oder einen Autounfall hatte oder es an meiner Behinderung lag…

Diese Begegnung mit dem Tod hat mein Leben verändert. Ich frage mich, ob ich vorher wirklich GELEBT oder nur existiert hatte.

Ab wann beginnt ein Leben Leben zu sein? 

Beginnt es wirklich mit dem Tag der Geburt oder bereits vorher? 

Oder erst mit dem Moment, in dem ich begreife, dass ich sterblich bin? 

Ich für mich weiß nun: Mein Leben begann erst mit dem Begreifen, dass es jede Minute vorbei sein kann. 

Viele von euch wollten damals wissen, ob ich diesen ‚Tunnel‘ sah. Und wie der Tod aussieht. Und wie es sich anfühlt, zu sterben. 

Darüber möchte ich heute ganz konkret sprechen und euch mit auf (m)eine Reise nehmen.

Als ich mich verschluckte und keine Luft mehr bekommen hatte, spürte ich, wie im Körper das Adrenalin hochschoss. Wie alle Signale angingen. Aber ich konnte keinen Ton von mir geben. Ich merkte, ich falle in Ohnmacht, verlor immer mehr an Kraft und konnte nicht kommunizieren. Der Moment des Erstickens, der… ist wirklich unangenehm. So sehr, dass ich das Gefühl hatte, zu sterben. Aber wenn man in Ohnmacht fällt, in ein Delirium sozusagen – man das Bewusstsein verliert, dann ist das wiederum total entspannt. 

Ich habe aber weder ein Licht noch Engel gesehen, auch keinen Gott. Ich weiß also nicht, ob es Himmel und Hölle wirklich gibt. Aber ich hatte das Gefühl, meine Seele würde meinen Körper verlassen. Als würde sie nach unten (zu den Füßen) aus mir herausgehen. Als wäre ich körperlos in einem Raum. Als würde ich endlich so viel mehr begreifen. Ich war nicht mehr der Körper, nicht mehr das kleine Bewusstsein, sondern ich war ALLES. Ich sah mein ganzes Leben, fühlte all meine Wunden und auch die Freude, die ich bis dahin kannte. Ich sah meine Schwester (ich habe eine kleinere, die ich sehr liebe) und hörte sie ganz deutlich. Ihre erinnere bis heute ihre Worte: „Bitte komm zurück, ich brauche dich hier!“ 

Was dann passierte, und warum ich mich entschied, zurück zu kommen, weiß ich nicht genau. 

Ich spürte aber, wie auf einmal das Leben bis in die kleinste Zelle zurückkehrte, geradewegs zurückschoss. Und da wusste ich: ich bin wieder da! 

Das war so viel besser als ein dreifacher Orgasmus! Es war ein Gefühl, welches ich in dieser Form bisher noch nie gefühlt – wie eine unbekannte enorme Lebendigkeit in mir!

Ich schlug meine Augen auf, blickte in die Augen eines wunderschönen Arztes und wusste: ‚Dein altes Leben ist vorbei! Du bist nicht mehr die, von der du dachtest, sie zu sein. Jetzt bist du jemand Neues!‘

Das mag pathetisch klingen, aber .. wie bei einer Champagnerflasche, wenn der Korken abfliegt – völlig unkontrolliert, weil er aus der Flasche förmlich herausgesprudelt kommt…. so fühle ich mich seit jenem Tag!

Ich habe das Gefühl, mir selbst weniger im Weg zu stehen; und dass ich nicht mehr aufzuhalten bin, weil ich das meinem Leben bzw. mir schuldig bin!

Ich wachte also auf und sah den schönen Arzt (wer auch immer das war, ich würde mir wünschen, er würde sich melden) und hatte am nächsten Tag eigentlich einen beruflichen Termin, doch saß ich an der Elbe in meinem Lieblings-Café ‚Entenwerder 1‘ (liebe Grüße an dieser Stelle!) und mir flossen die Tränen. Ich wusste, dass ich zu keinem Termin mehr gehen konnte. Ich wusste, ich würde mein Label inkluWAS – design, das denken verändert beenden. Ich würde sogar ALLE meine Projekte beenden. Ich würde sogar viele Freundschaften, die mir nicht gut taten, beenden, denn… ich war nicht mehr die Alte!

Ich würde nichts mehr tun und sagen, was nicht zu meinem neuen Ich passte.

Klingt fast wie ein Märchen, oder? Man ist dem Tod so nah, schlägt dann die Augen wieder auf und denkt: cool, ich bin ein neuer Mensch und niemand kann mir was!

Leider aber ist das nicht der Fall!

Ich fiel in den folgenden zwei Jahren in eine ziemliche Depression. Mir ging es überhaupt nicht gut und ich wusste, ich kann mich selbst nicht mehr bescheißen, denn das Alte war vorbei! 

Doch leider war das Neue noch nicht da und ich wusste überhaupt nicht, was ich tun sollte, denn: WER IST DAS NEUE ICH? Wer bin ich? Worum geht es eigentlich im Leben? In meinem Leben? 

Natürlich hat es mich geärgert, nicht einfach ins ‚daily business‘ übergehen und nicht einfach weitermachen zu können wie zuvor – und dabei fing es gerade richtig gut zu laufen an. Und ich stand kurz vor meinem 30.! 

Nein, auf einmal stand alles Kopf. Ich fiel in eine richtige Tiefe: erst fast der Tod, dann Depressionen – und keine Therapeutinnen an meiner Seite, die mich verstanden (dazu an anderer Stelle irgendwann mal mehr). 

Nun war ich also nicht gestorben, hatte mir die Nahtod-Erfahrung auch nicht gewünscht – wie konnte ich dann nun aber zu dem werden, WAS ich bin bzw. zu der, DIE ich bin?  

Wahrscheinlich kennst auch du die Frage nach dem ‚Worum geht es in diesem fucking Leben eigentlich‘? Sind wir nicht alle ‚Suchende‘? Zumindest die Menschen, die meine Sachen lesen – von denen weiß ich es genau – und das ist schön!

Ich will keine Oberflächlichkeit mehr – und du doch auch nicht?!

Was ich sagen möchte: man muss nicht sterben, um geboren zu werden!

Wir sterben zwar alle jeden Tag ein bisschen, aber ich bin stellvertretend für uns alle gestorben! Ich sage es, wie es ist…. (natürlich wird der Tag kommen, dass auch du – hoffentlich im Alter erst – sterben wirst). Die Frage ist: wie bekommen Du und Ich die Zeit bis zur Beerdigung möglichst elegant, möglichst souverän, möglichst ehrlich herum? Ich bin überzeugt davon, dass die ganze Weisheit, das Wissen, in deiner Seele steckt. Bin überzeugt davon, dass die Antworten auf alle deine Fragen in dir sind, wenn du bereit bist, dir selbst zuzuhören. Allerdings:

Zuhören ist das Eine, gemäß: ‚Ja ja, ich sollte…. eigentlich Dies und auf alle Fälle Das…  mein Verhalten ändern; anders leben… bis du dich am nächsten Tag doch wieder verrätst!

Es geht darum, dir zuzuhören; dich dabei ernst zu nehmen; danach zu handeln, bis du weinst und die Konsequenzen deiner Handlungen auszuhalten!

ALLE ANTWORTEN AUF ALLE DEINE FRAGEN SIND BEREITS IN DIR!

Du braucht nicht einmal diese Folge zu hören, nicht 1000 Bücher zu lesen und teure Seminare zu buchen, nicht irgendwo hinzufahren, um ein ‚Retreat‘ zu machen – du brauchst es nicht! Gebe das Geld für etwas Gutes / Sinnvolles aus. Mache lieben Menschen eine Freude!

Beginne, ehrlich mit dir selbst zu sein und du wirst eine Menge Geld sparen können!

Natürlich brauchen wir bisweilen Unterstützung, brauchen manchen Anstupser, aber: hänge dich nicht an irgendwelchen Gurus auf oder Coaches und Leuten, die vermeintlich die Welt / das Leben verstanden haben, denn:

Du hast alles was du brauchst.

Ich frage dich: Warum bist du hier? Warum berühren dich jetzt meine Worte? 

Du weißt es.

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