Es begann alles mit einem kurzen schüchternen Blick und dem anschließend verwerfenden Gedanken: „Es gibt so viele davon auf diesem Markt, es ist schon so vieles gesagt – und jetzt auch noch du?! Das kann doch nichts werden.“
Weggewunken. Vergessen. Doch nicht allzu lange. Immer und immer wieder begegneten wir uns, bis ich den Mut hatte und leise flüsterte: „Okay, okay, ich habe es verstanden. Erzähl mir mehr davon.“ Und dann erzählte es, was es mit mir vorhabe und ich nickte durchgehend, wehrlos und ergriffen zugleich.

„Es“ war die Idee, der Gedanke, die Vision mich als Coach, Beraterin, Mentorin – die Bezeichnung ist dabei fast irrelevant – selbstständig zu machen und einen Blog 2.0 dazu zu starten. Das Bloggen war für mich nicht neu, einige von euch kennen vielleicht meine anderen Texte, und genau das war meine Herausforderung: Dieser Blog hat nichts mit dem alten zu tun, denn dieser zeigt den Wandel, der in mir stattgefunden hat. Die Texte werden zwar von den selben Händen getippt, vorher in dem selben Herzen gefühlt und im Anschluss in dem selben Gehirn verarbeitet und doch ist nichts davon so, wie es bei den alten Texten war.

Wer hier neu ist, den möchte ich zunächst herzlich willkommen heißen und in wenigen Sätzen erzählen, wer ich bin. Hier schreibt Anastasia Umrik, die meistens beim Schreiben in einem hellen, stillen Raum sitzt und dabei nur das Klicken der Tasten hört und manchmal sich selbst beim Atmen belauscht. Wenn man mich googeln würde, würde man vieles zu meinen Initiativen finden; dem Fotoprojekt „anderStark – Stärke braucht keine Muskeln“ und dem Designlabel „inkluWAS – design, das denken verändert“. Beides gibt es noch, beides gehört nach wie vor zu meinem großen Teil des Herzens und doch ist es nicht mehr meine höchste Priorität Menschen für die Diversität unserer Gesellschaft zu sensibilisieren. Heute liegt mein Schwerpunkt auf der Begleitung von Menschen, die sich bewusst für die Leichtigkeit entschieden haben. Ich mag die daraus resultierenden Entfaltungsschübe und Mutausbrüche von erwachsenen Menschen.

Vor einigen Jahren, es sind inzwischen nun fast schon 8, startete ich ebenfalls mit dem Schreiben und es fühlte sich ähnlich aufregend an: Wird es jemand lesen? Interessiert es jemanden, was ich zu sagen habe? Es interessierte – und wie! Die Themen waren anders als die heutigen – es ging um meinen Alltag mit einer Muskelerkrankung, um die Herausforderungen, um die Ironie des Daseins, die Kritik an der Gesellschaft und die Suche nach der eigenen Identität, wenn man doch vermeintlich so anders ist. Ich tippte und konnte gar nicht aufhören zu tippen, so viel gab es zu sagen, zu geben, zu inspirieren und vor allem: zu verändern. Ich war voller Elan, Wut und Kampfgeist!

Diese kräftige Energie kann nicht ewig andauern, denn sie hat auch ihre Schattenseiten. Sie kann viel geben, aber auch viel nehmen. Und dann spürte ich: Es muss ein Wandel her, denn ich habe fast alles gesagt, was ich jemals hätte sagen können, ich war ausgelaugt, müde, leer.

Meine Themen änderten sich. Ich veränderte mich.

Es fühlt sich seltsam an, erneut öffentlich zu schreiben, wissend, dass möglicherweise einige Leser*innen enttäuscht sein werden.

Und doch habe ich die Hoffnung oder womöglich sogar die Sicherheit, dass die Enttäuschung nicht allzu lang anhalten wird. Denn die Themen, so ganz von oben betrachtet, sie bleiben doch für immer gleich, sie verändern sich doch kaum.

Worum geht es?
Um den Umgang mit den Licht- und Schattenseiten.
Der Akzeptanz meiner Selbst.
Um das Zurückkehren.
Zu dem, was schon immer da war und durch die Erziehung und Sozialisierung verdeckt wurde.

Nach wie vor geht es mir um Tiefe und Reflexion, um die poetische Auseinandersetzung ohne dabei zu sehr das Gefühl zu vermitteln, wir befänden uns auf Blumenwiesen. Denn immer schön und hübsch und „Hach!“ wird es ganz bestimmt nicht sein.

In diesem Sinne: Danke für die neue Chance, die nächste Gelegenheit mich zeigen zu dürfen und euch hoffentlich berühren zu können.

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