Digital Detox – so offline es geht

Ich sitze in einem meiner Lieblingscafés „Koppel 66“ und trinke schon den zweiten Cappuccino, während ich auf meine Freundin warte. Ich bin ausnahmsweise viel zu früh da, was mich sogar selbst überrascht, weil es so gut wie nie vorkommt. Ich habe Zeit…

Neugierig gucke ich durch die Gegend, beobachte die anderen Besucher und lasse meine Gedanken schweifen. Hinten in der Ecke sitzt ein älterer Mann allein und beißt genüsslich in das gut duftende Croissant, das er vorher mit einer dicken Butterschicht beschmiert hat. „Oh ja, genau so hätte ich es auch gemacht!“, denke ich. „Gleich werde ich das Gleiche bestellen, mit einer extra Portion Marmelade dazu.“ Die Tür geht auf und ich werde aus meinen Gedanken herausgerissen.

Ich blicke zur Tür, zurück in das Jetzt geschmissen und sehe, dass an der Tür eine Frau steht, die ich zu meinen Facebook-Freunden zähle. Ich würde schon behaupten, dass wir uns kennen – irgendwie. Sie sieht mich auch. Online ist diese Frau sehr aktiv, kommentiert, liked, und verteilt viele Herzchen unter meinen Einträgen. Im echten Leben, so stellte sich in diesem Augenblick heraus, verteilte sie nichts, nicht einmal ein Lächeln.

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