In den Dämmerungen von Las Palmas

Ich kann nicht glauben, dass der Urlaub schon fast vier Wochen her ist. Manchmal fühlen sich schöne Erlebnisse so weit weg an, während die Negativen das Ruder des Alltages und der Gedanken übernehmen.

Ich selbst schaue tatenlos zu, als hätte ich mir auf Empfehlung hin ein Kinoticket für eine schlechte melodramatische Liebesgeschichte gekauft und traue mich nicht den Kinosaal mitten in der Filmvorstellung zu verlassen. Es ist dunkel, der Saal ist voll und obwohl mich keiner im Blick hat, so wird jeder einmal den Blick auf die Tür werfen, zu der ich hinausgehe, weil das Licht, das grelle Licht, wird alle auch wenn nur kurz von dem Bildschirm der schlechten Bilder ablenken und zeigen, dass hinter der schweren Tür eine andere Welt, eine schönere vielleicht, sich verbirgt.

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Am Hamburger Flughafen wird über eine KOPFSTÜTZE diskutiert…

Es ist unfassbar. Hier hat alles begonnen und so geht es weiter…

11.06.2014, 18:19 Uhr

Sehr geehrter Herr E.,

auch ich bedanke mich für Ihre Antwort. Schön, dass Sie sehr ausführlich Ihren Standpunkt formulieren; das zeigt mir, dass Sie versuchen sich mit der Situation auseinanderzusetzen.

Gerne beschreibe ich Ihnen nochmal den Verlauf:

Bei meiner ersten Reise (September 2013) sagte man mir, dass es generell keine Alternativen gibt und ich müsse mich mit den vorhandenen Rollstühlen anfreunden. Diese Tatsache möchte und werde ich niemals akzeptieren.

Das heißt, dass ich bei meinem Abflug nach Antalya am 29. Mai 2014 gar nichts von der Option, meinen anstehenden Flug anmelden zu können, wusste. Um 5 Uhr morgens war es demnach zu spät (oder zu früh), um etwas zu ändern. Erst DANN hat mir Herr K. seine Kontaktdaten gegeben, die ich sorgfältig aufbewahrt habe. Vor meiner Rückreise nach Deutschland habe ich ihm dann auch geschrieben…
In Hamburg sagte mir ein (ebenfalls sehr netter) DRK-Mitarbeiter: „Da haben Sie aber Glück gehabt, dass der Rollstuhl zufällig in der Nähe war, so dass wir ihn mitnehmen konnten.“ Zufall?, hakte ich nach. Man habe nichts weitergeleitet? Nein, man wusste von nichts.

Es ist also dem ZUFALL überlassen, ob ich (eigentlich wir alle!) diese Tortur nochmal überstehen muss?

Die Aussage, dass der Rollstuhl mit einer Kopfstütze zu teuer in der Anschaffung sei, wurde an dem besagten Morgen getroffen – dafür habe ich drei Zeugen, aber ich würde mir wünschen, dass Sie mir in Zukunft glauben. Ich will weder Ihnen noch dem Ruf des Flughafens schädigen.

Ich bitte Sie um keinen Luxus. Ich erwarte kein Champagner, keine Rosen und keine persönliche Begrüßung. Aber ich verlange nach einer menschenwürdigen Möglichkeit in das Flugzeug zu gelangen. Es ist ja auch in Ihrem Sinne, dass Ihre Fluggäste entspannt, zufrieden und glücklich sind.

Wir haben 2014 und diskutieren ERNSTHAFT über eine Kopfstütze, die manche Passagiere aufgrund ihrer Behinderung oder Krankheit benötigen?! Ich bitte Sie…

Ich hoffe immernoch auf eine Lösung.

Mit freundlichen Grüßen
Anastasia Umrik

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