Filmemfehlung: Dora

„Bist du eigentlich eine behinderte Schwangere oder eine schwangere Behinderte?“, fragt der Typ.

Sie wollen einen Dreier. Mit einer Schwangeren. Mit einer Frau, die eine geistige Behinderung hat und schwanger ist. Von einem Unbekannten, der nicht viel redet und wenig Tabus hat.

Liberalisierung und Sexualisierung hin oder her, die Frage nach der Sexualität von Menschen mit Behinderung und der Fortpflanzung ist nach wie vor ein Tabu. Kaum einer hat sich jemals getraut es ganz offen anzusprechen und es schon gar nicht zu ‚zeigen‘. Die Regisseurin Stina Werenfels bricht die Tabus. Oder sie nähert sich dem Bruch zumindest. Was ist moralisch richtig oder falsch kann man wahrscheinlich nie beantworten, aber der Zuschauer wird hier mit Fragen auf Recht der Selbstbestimmung konfrontiert und wird mit dem offenen Umgang mit den Vorurteilen gegenüber derjenigen, die „anders“ sind, gereizt.

Der preisgekrönte Film „Dora oder die Sexuellen Neurosen unserer Eltern“ verwirrt, geht an die Substanz und hinterlässt eine Menge Fragen: Wer darf mit wem Sex haben und welche Rolle spielen dabei unsere Eltern?

Ich mag den Film sehr, auch wenn er mich teilweise auch unangenehm berührt hat und ich mich dabei ertappte, meine Stirn gerunzelt zu haben… Ich habe eben auch meine Vorurteile.

Anastasia Umrik

Anastasia Umrik

Bloggerin, Unternehmerin bei inkluWAS
Ich schreibe über das Leben. Ehrlich, humorvoll und überspitzt möchte ich in meinem Blog mutig sein und einen kleinen Einblick in meine Gedankenwelt geben. Dass ich im Rollstuhl sitzend schreibe, ist nur dann relevant, wenn man sich mit mir auf einen Kaffee treffen will und auf der Suche nach einer barrierefreien Location ist.
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