Office inklusive: Durch nichts aufzuhalten

Gemeinsam mit Microsoft Deutschland werde ich mich in den kommenden Wochen dem Begriff „Digitale Teilhabe“ widmen und mich auf die Suche nach neuen Potentialen von Teilhabe mit und durch Digitalisierung begeben. Wie kann man sein Netzwerk erweitern, produktiv von überall arbeiten oder mit moderner Technologie kreativ sein? Und was bedeutet eigentlich ein Internet ohne Barrieren? Mein Office ist bei dieser Suche übrigens inklusive und stets mobil dabei – denn ich blogge nicht nur vom Schreibtisch zu Hause, sondern auch von unterwegs, aus meinem Lieblingscafé oder eben dort, wo ich gerade bin.

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„Können wir lieber skypen? Ich komme heute nicht vor die Tür, der Rollstuhl fährt nur noch im Kreis. Vielleicht hüpft der auch gleich aus dem Fenster, das weiß man bei dem nie.“, tippe ich schnell auf Whatsapp an meine Geschäftspartnerin von inkluWAS.
„Na klar! Ich kann dann nebenbei kochen, passt mir auch ganz gut.“, schreibt sie zurück.

Gestern war ein doofer Tag. Die Sonne schien, alle Menschen zogen ihre schönsten Outfits an, Sonnenbrille ins Gesicht. „Der Frühling kann jetzt endgültig durchstarten.“, dachten alle während ich mit meinem Kaffee am Schreibtisch saß und die ganze Zeit „Scheiße!“ dachte.
Gestern, als ich unterwegs war, ist mein Rollstuhl einfach so ausgegangen und nichts ging mehr. Kann man ja nicht ahnen so etwas. Aber man weiß: Ab sofort bist du nicht an den Rollstuhl gefesselt, wie es sonst viele denken, sondern ab sofort ist dein Rollstuhl gefesselt und du bist dabei ein machtloser Zuschauer.

Ich versuche die Phasen der kaputten Rollstühle als eine Art Zwangsurlaub zu sehen, als eine Gelegenheit kurz durchzuatmen. Aber spätestens nach 36 Stunden überkommt mich die Langeweile und ich kann nicht anders, als irgendetwas zu tun, zu kreieren oder zu organisieren. Außerdem sehe ich es einfach nicht ein, plötzlich das Opfer der Technik-Launen zu sein und mich diesen zu unterwerfen. Wo kommen wir denn da hin?!

Es gibt hin und wieder in meinem Alltag Gründe, weshalb ich wichtige Verabredungen und Termine absagen muss. Manchmal sind es Gründe, die für Menschen ohne Behinderung gar nicht oder nur wenig nachvollziehbar sind, wie zum Beispiel wenn es regnet. Oder wenn es zu kalt ist. Dann ist nämlich meine Gesundheit gefährdet und ich bevorzuge die sichere Variante mit der aufgedrehten Heizung und Wärmflasche.

Ja, es gibt Einschränkungen in meinem Leben und in der Gestaltung meiner Arbeit bin ich nicht immer so frei, wie ich es gern wäre. Aber es gibt Möglichkeiten ein Stück freier zu sein, als man zunächst bei dem Blick auf die Regentropfen am Fenster denkt zu sein.

 Wie wir bereits alle wissen, ist Organisation das halbe Leben. Mit den richtigen Hilfsmitteln – nicht nur medizinisch gesehen! – lässt es sich leicht und unkompliziert arbeiten, kommunizieren, planen oder einfach nur die Dinge vorbereiten, um fix durchzustarten, wenn alle Barrieren behoben sind.

Generell bin ich ein großer Skype-Fan. Abgesehen von dem oben beschriebenen Fall, hilft mir Skype dabei Freundschaften im ganzen Land pflegen, mit gehörlosen Menschen einfacher zu kommunizieren (wir können uns sehen und dabei chatten), und ich fühle unabhängig von mal streikenden Hilfsmitteln.

Ich logge mich auf Skype ein und habe das Gefühl, genauso produktiv gearbeitet zu haben, als wären wir irgendwo zusammen gesessen.

Auf die Freiheit in der digitalen Arbeitswelt!

Foto: Microsoft Corporation

Anastasia Umrik

Anastasia Umrik

Bloggerin, Unternehmerin bei inkluWAS
Ich schreibe über das Leben. Ehrlich, humorvoll und überspitzt möchte ich in meinem Blog mutig sein und einen kleinen Einblick in meine Gedankenwelt geben. Dass ich im Rollstuhl sitzend schreibe, ist nur dann relevant, wenn man sich mit mir auf einen Kaffee treffen will und auf der Suche nach einer barrierefreien Location ist.
Anastasia Umrik

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1 Kommentar

  1. Hallo Anastasia!

    Bei mir war es diesen Mittwoch so weit. Tatort: Bus. Ich kam nicht mehr raus. Der Rollstuhl bewegte sich weder vor noch zurück. Die netten Busfahrer haben mich rausgehoben (Eigengewicht des Rollstuhls: 130kg).
    Aber: ich kann nicht einfach so zu Hause bleiben. Wegen Uni und Anwesenheitspflicht.
    Da keine 24h-Assistenz habe ich zum Glück noch meinen anderen – kompakten Aktivrollstuhl der mit Elektronik ausgestattet ist. So kam ich dann doch noch in die Uni – aber ich stand bei 10 Grad 45 Minuten draußen herum und musste warten.

    Diese Technik!
    Viel Erfolg weiterhin 🙂

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