…hätte ich es doch schon mit 16 gewusst!

Es ist so voll in meiner Wohnung, dass sich eine Schlange vor meinem Bad gebildet hat. Die Wartezeit vertreiben sich die Leute mit kurzem Abstecher zum Buffet, dem Getränkestand und der Zeit sich mit neuen Gesichtern zu unterhalten. Meine Partys gleichen oft einer Netzwerkparty, wo sowohl amouröse als auch berufliche Kontakte entstehen können. Alle lachen, einige tanzen, irgendjemand hat eine Konfettikanone mitgebracht und gerade jetzt zur Freude aller gezündet. Die Klospülung läuft, was die Warteschlange um einen Menschen kürzer werden lässt.

Es ist mein Geburtstag.

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In den Dämmerungen von Las Palmas

Ich kann nicht glauben, dass der Urlaub schon fast vier Wochen her ist. Manchmal fühlen sich schöne Erlebnisse so weit weg an, während die Negativen das Ruder des Alltages und der Gedanken übernehmen.

Ich selbst schaue tatenlos zu, als hätte ich mir auf Empfehlung hin ein Kinoticket für eine schlechte melodramatische Liebesgeschichte gekauft und traue mich nicht den Kinosaal mitten in der Filmvorstellung zu verlassen. Es ist dunkel, der Saal ist voll und obwohl mich keiner im Blick hat, so wird jeder einmal den Blick auf die Tür werfen, zu der ich hinausgehe, weil das Licht, das grelle Licht, wird alle auch wenn nur kurz von dem Bildschirm der schlechten Bilder ablenken und zeigen, dass hinter der schweren Tür eine andere Welt, eine schönere vielleicht, sich verbirgt.

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LFSTYLE

Diffuse und intensive Erlebnisse, wirre und schnelle Gedanken, zu schnell gebildete Meinungen und der Wunsch „Jetzt ist Schluss mit lustig!“ zu schreien, aber dann doch nur vorsichtige Gegenargumente leise in den Raum werfen. Nur um sich anschließend zwei Wochen lang über die eigene Feigheit zu ärgern. Aber ich will mutig sein, ich will neue Wege gehen. Und darum geht es hier. Das, was anders sein könnte und das, was gern so bleiben darf.

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Leben mit Assistenz – so generell.

„Wie flirtet ein Leprakranker?“, sagte sie, und kann vor Lachen kaum sprechen. Ich kann vor Lachen nicht raten und zeige mit den Händen, dass ich keine Ahnung habe. „Er wirft ein Auge auf sie!!!“, löst sie auf und wir beide kriegen uns vor Lachen nicht ein. Ein Witz nach dem nächsten folgt, die Augen tränen, der Bauch schmerzt.
Dann klingelt mein Telefon. An der Nummer erkenne ich, dass es ein langes Gespräch sein wird und das Lachen ist aus meinem Gesicht verschwunden. Ich sage: „Machst du mal bitte die Tür zu?“, und erkläre nicht warum. Das muss sie nicht wissen, auch nicht wer anruft.

Es ist nicht einfach eine persönliche Assistentin zu sein.

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Die behinderte Bachelorette

Heute Abend beginnt die gefühlt achtundfünfzigste Staffel der verzweifelten Singles, die krampfhaft versuchen ihr Singleleben zu beenden oder zumindest endlich Sex zu haben. Im Fernsehen. Ich spreche von dem Casting für die nächste Dschungelcamp-Staffel: „Der Bachelor“

Während das Netz sich über die Bewerberinnen beschwert, sich über die Karinas und Julias lustig macht, deren Outfits beurteilt und die Worte in deren großen Mündern umdreht, sitze ich still und grinsend da und schweife in meiner Fantasie ab. Nein, nicht wie ihr jetzt denkt. Der Bachelor, der arme Junge, der ist so gar nicht mein Typ – den könntet ihr mir nackt aufs Bett legen und ich würde ihm nur zärtlich über den Kopf streicheln. Aber eher wie eine Schwester.

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Stell dir vor, es ist Inklusionsparty und keiner geht hin

Inklusives Kino und Theater, inklusives Café, Inklusionsabende und -morgenstunden, Krabbelgruppen für „besondere Kinder“, Klassen mit „Inklusionskindern“, inklusive Wohngruppen, Inklusionskongresse und -sportveranstaltungen. Und ja, inzwischen gibt es sogar Inklusionssongs. Inklusionspartys wo eh nur Menschen mit Behinderungen, ihre Assistenten und die übermotivierten Organisatoren hingehen.

Ich ertrage es nicht mehr.

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Bloß keine Vorsätze für 2016

Während ich das hier schreibe, sind schon vier Tage des neuen Jahres um und das ist mir kaum richtig aufgefallen. Ich bin langsamer geworden. Ich nehme langsamer Abschied und ich nehme langsamer das Neue an. Das ist gut so, wohin die Eile?

Noch nie hatte ich so sehr das Gefühl, dass die Zeit schneller ist als mein Kopf. Ich bin nämlich sonst sehr schnell. Ich plane, ich mache, ich gestalte und ja, ich verliere mich sehr schnell. Dabei mag ich die Langsamkeit so sehr. In der Theorie.

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