„Fuck it!“ – sagte Romy immer.

Ich stehe am Waschbecken meines Badezimmers, putze mir die Zähne und betrachte mich im Spiegel. Ich sehe immer noch recht frisch aus, obwohl es schon spät ist: 02:17 zeigt die Uhr an. Der Blick ist klar, nur der Eyeliner ist etwas verschmiert, die Lippen vom Rotwein etwas bläulich und das Rot vom Lippenstift ist wahrscheinlich auf seinem Mund oder auf dem Strohhalm geblieben.
Romy sitzt auf dem Klodeckel und beobachtet mich. Ich sehe an ihrem Gesichtsausdruck, dass sie am Liebsten fragen würde: „Wer ist das? Was macht er? Was kann er?“

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Leo, mein Held

 

Ein Mann packt mich doll an der Schulter und wirft mit einer kleinen Taschenlampe Lichtstrahl in die Pupillen. Meine Augen sind schwer, ich kann den Körper nicht kontrollieren. Nichts kann ich kontrollieren, bekomme keinen klaren Gedanken zustande. Die Realität ist dumpf, Schmerzen sind keine da, das Licht ist grell, ich will einfach meine Ruhe haben.

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BEFOREuDIE

Eigentlich kann man es sich ersparen die Nachrichten und somit die unvermeidlichen Todesmeldungen in den Nachrichten zu lesen – Social Media ist schneller. Und alle sind plötzlich traurig. Sehr traurig. Den ganzen Tag lang. Hier möchte ich Menschen, die mir begegnet sind und mich auf irgendeiner Art und Weise berührt haben, vorstellen. Beziehungsweise stellen sie sich anhand eines Fragebogens selbst vor und ich schreibe in einigen Sätzen meine ‚Liebeserklärung‘ dazu. Und das bevor sie gestorben sind.

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Lisa

Als Lisa in mein Leben trat, war ich mitten in einer Krise. Selbstfindung im höchsten Maße: Neuer Abschnitt im Beruf, neue Liebe, neue Lieblingsfarben und die Entdeckung der leichten Melancholie.

Lisa lachte immer. Dabei warf sie ihren Kopf nach hinten und zog ihre schmalen Schultern etwas hoch. Sie war meine neue Assistentin und ich war ihr erster Job nach einer schwierigen Zeit. Lisa war zu dem Zeitpunkt 28 Jahre alt und wunderschön. Sie überlebte Krebs und ich spürte ihre große Lust am Leben. „Anastasia, ich bin gestern einmal um die Alster gejoggt und war danach nicht aus der Puste! Yay, ich bin wieder da!“ Nichts konnte Lisa bremsen. GAR nichts.

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Die #Umrikschwestern

Meine geliebte kleine Schwester, diese Zeilen sind für dich. Sie sind zwar öffentlich und für alle zugänglich, aber sie sind eigentlich nur für dich bestimmt. Es ist eine Liebeserklärung.

Plötzlich, das war irgendwann im Januar 2007, hast du meine Liebe gewonnen und seit dem sind wir… die unzertrennlichen #Umrikschwestern. Nein, das war nicht direkt nach deiner Geburt; ich fand dich erstmal ‚ganz okay‘, du hast mich nicht gestört, aber ich habe dich nicht vermisst.

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