Bloß keine Vorsätze für 2016

Während ich das hier schreibe, sind schon vier Tage des neuen Jahres um und das ist mir kaum richtig aufgefallen. Ich bin langsamer geworden. Ich nehme langsamer Abschied und ich nehme langsamer das Neue an. Das ist gut so, wohin die Eile?

Noch nie hatte ich so sehr das Gefühl, dass die Zeit schneller ist als mein Kopf. Ich bin nämlich sonst sehr schnell. Ich plane, ich mache, ich gestalte und ja, ich verliere mich sehr schnell. Dabei mag ich die Langsamkeit so sehr. In der Theorie.

Das Jahr 2015 hat mich die Langsamkeit und die Geduld gelehrt, und plötzlich blieb alles stehen und ich spürte nur den Wind und wusste:

Warte. Das geht vorüber. Jetzt bloß nicht ausrasten.

Alles schien wie immer: Ich plante, ich machte, ich drehte mich im Kreis und tanzte hin und wieder im Herzen. Es waren die Momente, in denen man sagt „Jo. Läuft.“ Man flippt nicht aus, man arbeitet aber darauf hin, weil man dieses Gefühl vermisst. Man will endlich wieder einen Höhenflug haben, man will endlich nicht immer nur hüpfen. Also flog ich nach Barcelona. Und ich war in Kopenhagen. Ich saß in vielen Cafés und begegnete großartigen Menschen, die neue Gedanken, Ideen und Meinungen in mein kleines Universum brachten.

Dann kam der 4. August, der für einen kurzen Augenblick alles zum Stehen brachte. Es war gegen 05 Uhr morgens, als das Feuer im Hochbunker alles auf den Kopf stellte. Ich stand in einer Jogginghose und einem Top draußen, trank vier Kaffee hinter einander und wusste nicht, wo ich pinkeln gehen soll. Wo ich schlafen soll. Und dass ich vier Wochen ohne meiner Kleidung und ohne meinem Zuhause auskommen muss. Es geschahen außergewöhnliche Dinge: Ich sah Nachbarn, die ich zuvor (Gott sei Dank) noch nie gesehen habe. Ich sah Nachbarn, die ich schon vorher mal bei Aldi an der Kasse gesehen habe und wir lernten uns kennen, es wurden tiefe Freundschaften daraus. Der Brand hat gezeigt, wie weit Freundschaften gehen können und ab wann sie unterschiedliche Wertvorstellungen haben. Die Einen kommen nachts und bringen dir Kleidung und die Anderen schreiben: „Melde dich, wenn du nicht mehr Obdachlos bist.“ Beides ist okay. Es ist nur im ersten Moment überraschend, im zweiten freut man sich über die Möglichkeit der Wahrheit.

P_20160104_130220_BFEs gab viele Situationen in dem letzten Jahr, in dem es mir keiner übel genommen hätte, wenn ich ausgeflippt wäre. Wenn ich rumgeschrien hätte. Wenn ich aufgehört hätte, an das Schöne zu glauben. Ich bin stolz auf mich: Während hinter mir die Wände zerbrachen, die Bomben hochgingen und ein Sandsturm losging, blieb ich ruhig. Ich ahnte, das geht vorüber. Das war schon immer so.

Was meine Vorsätze für das neue Jahr 2016 sind?

Ich habe keine!

Nein, nicht weil ich ‚perfekt‘ bin und nichts verändern möchte, nicht weil ich aufgehört habe zu träumen. Im Gegenteil! Ich habe nur aufgehört ‚Vorsätze‘ zu haben, weil das Leben so viel wilder und schöner ist, als ich es planen kann.

P_20160101_150531Ich möchte mich selbst mehr großartig finden. Dass ein Irgendjemand sagte, ich sei ja keine Traumfrau, brachte mich für einen kurzen Moment sehr aus meiner Mitte. Das möchte ich so nicht nochmal spüren. Gleichzeitig bekam ich auf meinen Blogpost darüber SO viele schöne Nachrichten, dass ich mich wie eine Königin gefühlt habe. Danke dafür, liebe Freunde!

Ich möchte mehr Liebe sehen und zulassen. Also noch mehr als sowieso schon. P_20160101_151131

Ich möchte mehr ruhige Momente am Wasser und mit mir selbst. Den Mut und die Zeit finden, sich mit eigenen Gefühlen und Gedanken auseinander zu setzen.

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Mehr Frieden. Mehr Dankbarkeit, dass wir in Frieden leben. Mehr Verständnis, dass der Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und dass wir Verantwortung haben für die Menschen, die fliehen mussten.

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Bitte. Danke. Bis bald.

Fotos:
Alle Bilder sind mit der Front- und Rückkamera des Asus ZenFone Selfie entstanden, das ich gerade testen darf. Es ist mit seinen 170 Gramm so leicht, dass man es sogar mit einer Muskelerkrankung (wenn noch nicht weit fortgeschritten) heben kann. Der Akku hat eine enorm lange Laufzeit, so dass man nicht in Panik gerät, wenn man es mal nicht vor dem Spazierengehen aufgeladen hat. 

“We take photos as a possibility to return to a moment otherwise gone” – in diesem Sinne: das neue Jahr wartet auf uns! Los geht’s.

Das richtig richtig tolle ist, dass wenn Du dir das Handy bis Ende März 2016 kaufst, dann kann komme was wolle: ASUS repariert, tauscht um, erstattet das Geld… und das alles ohne extra Aufwand. Für mehr Infos klick hier.

(Danke auch für die Unterstützung an meine Assistentin Ann-Kristin Schmidt.)

Anastasia Umrik

Anastasia Umrik

Bloggerin, Unternehmerin bei inkluWAS
Ich schreibe über das Leben. Ehrlich, humorvoll und überspitzt möchte ich in meinem Blog mutig sein und einen kleinen Einblick in meine Gedankenwelt geben. Dass ich im Rollstuhl sitzend schreibe, ist nur dann relevant, wenn man sich mit mir auf einen Kaffee treffen will und auf der Suche nach einer barrierefreien Location ist.
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